Unverträglichkeit und Allergie2017-01-19T14:12:39+00:00

Unverträglichkeit und Allergien

Unverträglichkeiten von Nahrungsbestandteilen haben ihre Ursache in einem Mangel von Enzymen. Dabei werden die Nährstoffe oftmals nicht vollständig aufgenommen. Dies geht einher mit Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall.

Zu den Unverträglichkeiten gehört z.B. die Laktoseintoleranz. Hier fehlt das Enzym Laktase und daraus entsteht eine Unverträglichkeit gegen Milch und Milcherzeugnisse.

Die Fruktoseintoleranz ist eine Störung im Fruchtzuckerstoffwechsel infolge eines ererbten Mangels an dem Enzym Adolase B, die eher selten ist. Sehr viel häufiger gibt es die Fruktosemalabsorption, bei der das Transportprotein GLUT-5 im Dünndarm fehlt oder nur eingeschränkt aktiv ist. Die Fruktose, auch bekannt als Fruchtzucker, gelangt unverdaut in den Dickdarm und wird dort vergoren. Fruchtzucker ist enthalten in Honig, Obst und Gemüse. Fruktose wird als Süßungsmittel in vielen Lebensmitteln eingesetzt. Auch der weiße kristalline Haushaltszucker besteht zur Hälfte aus Fruktose.

Reaktionen auf Zusatzstoffe und biogene Amine (z.B. das Histamin, Dopamin) sind Pseudoallergien. Hier werden Botenstoffe wie Histamine freigesetzt. Diese rufen ähnliche körperliche Reaktionen hervor, wie bei den Allergien:  Hautreizungen, Niesen, Schnupfen, Erbrechen oder Durchfall. Die Beschwerden sind umso stärker, je mehr von dem auslösenden Stoff verzehrt wurde.

Histamine sind natürlicherweise enthalten in Rohwurst, rohem Schinken, bestimmten Käsesorten, Sauerkraut, Spinat, Tomaten, Hefeextrakt und Fischkonserven. Auch in Bier und Wein oder Schokolade finden sich Histamine. Bei empfindlichen Personen können biogene Amine Migräne auslösen. Normalerweise werden biogene Amine im Darm und in der Leber abgebaut, so daß sie keine Probleme verursachen. Werden jedoch größere Mengen mit der Nahrung aufgenommen, so können diese nicht vollständig abgebaut werden. Medikamente wie blutdrucksenkende Mittel und Psychopharmaka können die Enzyme in ihrer Wirkung beeinträchtigen und dadurch den Abbau stören.

Nahrungsmittelallergien sind eher selten. Etwa 2-3 % der Bevölkerung sind betroffen. Allergien gehen immer mit Immunreaktionen und Antikörperbildungen einher. Das unterscheidet die Allergien im Wesentlichen von den Unverträglichkeiten. Auslöser sind bei den Allergien immer Allergene (Eiweiße). Das sind Substanzen, die körperfremdes Eiweiß enthalten. Reaktionen können Hautausschläge, Neurodermitis, allergischer Schnupfen oder Asthma sein. Um die genaue Allergie zu erkennen, sind mehrere Diagnoseverfahren möglich. Sind die allergieauslösenden Lebensmittel bekannt, ist die Ernährungsberatung eine wichtige Komponente, um Unter- oder Fehlversorgungen zu vermeiden.

Das Reizdarmsyndrom (RDS) kann Symptome aller möglichen Darmerkrankungen nachahmen. Wenn alle Erkrankungen ausgeschlossen sind, ist das RDS ungefährlich. Dennoch beeinträchtigt ein RDS auch deutlich die Lebensqualität. Chronische Beckenschmerzen, ständige Durchfälle oder Verstopfungen können mögliche Erscheinungsbilder sein. Um wieder Ruhe im Bauch zu haben, können verschiedene Empfehlungen hilfreich sein. So haben sich wasserlösliche Ballaststoffe (Flohsamen) und pflanzliche Wirkstoffe( z.B. Pfefferminzöle oder Melissenblätter) bewährt.

Die Verordnung einer spezifischen Diät ist in der Regel nicht erforderlich, zumal es sich auch um ein vielschichtiges Krankheitsbild handelt. Dagegen ist eine Ernährungsberatung, die die individuelle Verträglichkeit bestimmter Speisen berücksichtigt, sehr hilfreich.

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